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Da hatte der Witz ein Loch

3 Birgländer meistern Stresstest beim Challenge Roth

In einem Stresstest, werden Reaktionen auf eine erhöhte Beanspruchung und Belastung physischer oder psychischer Art gemessen. 2011 wurde der Stresstest sogar zum Wort des Jahres gewählt. Der Challenge Roth Triathlon wurde in den letzten Jahren mehrmals zum schönsten Rennen des Jahres gewählt.
Wieso das? Weil die Organisation nicht besser sein kann, weil die Stimmung entlang der 226 km langen Strecke einzigartig ist und weil es scheinbar Spaß macht, sich den Strapazen eines Langdistanz Triathlon auszusetzen.

Unter den 3500 Einzelstartern waren auch 3 Birgländer, die sich am Sonntag, ab 07:00 Uhr aufmachten, im Main-Donau Kanal, nicht die Orientierung zu verlieren. Bei einer Sichtweite von weniger als einen halben Meter, ist dies an sich schon eine Herausforderung. Die beiden ASV Schwend Triathleten Jacky Maderer und Helmut Graf brauchten etwas mehr als 1 Stunde für die 3,8 km. Nicole Gundel, die sich für den CIS Amberg in das trübe Wasser stürzte, hatte stark mit der Orientierung in den Weiten des Kanals zu kämpfen und stieg nach 1:14h, weit hinter ihren Niveau aus dem Kanal.

Beim Radfahren stellte sich dann bestes Segelwetter ein. Wind von schräg vorne oder von der Seite aber nie von hinten. Einen Seemann hätte dies gefreut. Triathleten haben aber nicht diesen Humor und so mancher hatte in Greding das Gefühl, damit sich der Tacho gleich rückwärts drehen muss, so stark wie der Gegenwind war.
Am Solarer Berg als Zuschauer unter 20 000 anderen zu stehen ist schon ein Erlebnis. Noch intensiver ist es aber, als Athlet von der Menschenmenge den Berg nach oben getrieben zu werden. Da brennen nicht nur die Beine, sondern man hat auch feuchte Augen. Dieses tolle Gefühl muss man möglichst lange behalten, denn schon bald geht es in die zweite Radrunde. Nicht nur Jacky merkte jetzt, damit nach über 100 km der Spaß vorbei ist und es verging ihm das Lachen. Nicole hat im ganzen Trubel die Trinkflasche mit ihrer selbstgemischten Verpflegung verloren. Für Helmut hatte der Witz schon viel früher ein Loch. Er hat die vom Veranstalter angebotenen Energiegel und Riegel nicht vertragen und sein eigener Vorrat war bald verbraucht. Kurz darauf wurde dann auf Fettverbrennung umgeschaltet. Gut, wenn man genug davon hat…

Nicole dachte sich, ich fahre doch keine 180 km, nur um danach noch 42 km zu laufen..

Der einzige, der sich auf das Laufen gefreut hatte, war Jacky. Nicole hatte in der zweiten Wechselzone kurz die Orientierung verloren. Da aber für jeden Sportler ein Helfer bereit stand, konnte sie in ihre Lieblingsdisziplin wechseln.

Für Helmut war klar, damit er sein Rad hinstellt und definitiv nicht weiter laufen wird. Unmittelbar nach dem Wechselzelt, blieb er stehen und holte sich Rat von seinen Freunden. Der Check Out seines Rades war aber erst in über 3 Stunden möglich. So lange rum sitzen ist auch doof. Da kann man ruhig die Zeit sinnvoll nutzen und einen Teil des Marathon laufen.

Rationales denken ist im Wettkampf scheinbar nicht möglich.


Bei Jacky wollte sich beim Laufen kein Tempogefühl einstellen. Das einzige was er bemerkte, waren schwere Beine, die immer schwerer wurden. Helmut war mit sich selbst und seiner Fettverbrennung beschäftigt. Er war so versunken, damit er gar nicht merkte wie Nicole nach 30 km an ihm vorbei lief. Nicole musste die ganze Zeit ans essen denken und hat ihre Vorliebe für Reisbrot und Melonen entdeckt. Nach 11:11h kam sie mit lockeren Schritten im Triathlon Stadion in Roth an.

Jacky hat mit seinen 10:19h ein Ausrufezeichen gesetzt und lief wie im Vorjahr mit einem Lächeln ins Ziel.

Da Helmut 9h lang ohne richtige Rennverpflegung auskommen musste, war er sehr froh, überhaupt die Finishline zu erreichen. An der Hand seiner Tochter (vielleicht wurde er auch von ihr geführt..), lief er die letzten 100 m auf dem roten Teppich im Stadion. Nach 11:35h blieben er und die Uhr im Ziel stehen.

Nicole dachte sich auf dem Rad, damit sie so etwas nie wieder macht.
Jacky wird mit Sicherheit noch einmal die Langdistanz angehen.
Helmut trainiert für das nächste Jahr einfach mal so, als ob er wieder in Roth starten würde.
Vielleicht gibt es ja wieder irgendwo ein Gewinnspiel, bei dem er mitmachen kann….

Challenge Roth 2018

Per Losglück zum Muskelkater - ein Vorbericht zur Challenge Roth 2018

Die Fußball Weltmeisterschaft hat so mancher in seine Jahresplanung mit einbezogen. Es will ja keiner bei einem Konzert oder einem Geburtstag sein, und zeitgleich spielt Deutschland im Finale!!!

Das gleiche Problem hatten die Organisatoren des Challenge Roth. Dieser findet in diesem Jahr bereits am 01. Juli statt. Es konnte ja letztes Jahr keiner wissen, damit eventuell die Nationalelf ihren Jahresurlaub etwas früher antreten darf…

2 Wochen mehr Training in der Vorbereitung auf einen Langdistanz Triathlon können für manchen durchaus etwas ausmachen.  Ein Triathlon ist immer eine Herausforderung und eine logistische Meisterleistung.
Die tägliche Motivation über mehrere Monate hin aufrecht halten und dem Trainingsplan wird mehr Aufmerksamkeit geschenkt als den Freunden.
Geburtstage oder Hochzeiten werden notgedrungen als Ruhetage genutzt oder zumindest wird an diesen Tagen weniger trainiert. Wenn dann die Oma zu einem sagt, damit man ganz schlecht aussieht und endlich etwas essen sollte, dann ist man genau auf dem richtigen Weg.

Der Vorteil eines Triathleten ist, damit man Mengen essen kann, die reichen sonst für mindestens 3 Personen.

In zwei Wochen werden ebenfalls 3 Athleten am Kanal in Hilpoltstein stehen, um mit einem lauten Knall den Sonntag einzuläuten.

Seit Monaten wird in der wahrscheinlich schnellsten Wohngemeinschaft im Landkreis, nichts Anderes gemacht als trainiert und trainiert. Nicole Gundel und Jacky Maderer haben sich dem Ausdauersport verschrieben und bereiten sich akribisch auf das sportliche Großereignis vor. Die Sitzposition auf dem Rad wird ebenso überprüft, wie Berechnungen über die Menge der aufzunehmenden Kohlenhydrate angestellt. Es wird nichts dem Zufall überlassen.

Ihr Trainingskollege Helmut Graf, wollte in diesem Jahr keine Langdistanz machen. Dementsprechend locker kam er durch die Winterpause. Vor 6 Wochen hat er aber bei einem Gewinnspiel den zweiten Preis gewonnen. Dieser war ein Startplatz in Roth. Nach kurzer Überlegung, siegte die Motivation über den gesunden Menschenverstand und er nahm den Preis an. Die Zielzeit ist daher nebensächlich und er geht das Rennen sehr entspannt an. Wenn es einigermaßen für ihn läuft und der Muskelkater nicht zu schlimm ist, dann trainiert er nie wieder mehr als 6 Wochen.

Die 3 Athleten hoffen, damit sie in knapp 2 Wochen an der Finishline ebenso strahlen, wie alle in Deutschland, wenn wir wieder Weltmeister werden…